Und wir sind gestartet

Was für eine Nacht – ich hab kein Auge zugetan. Ich glaube bis 02.00 Uhr Morgens hab ich noch zusammengeräumt, auf WhatsApp geschrieben, mit meinem Hund gekuschelt und Tränen vergossen weil ich mal wieder meine Tiere, Freunde und Familie zurücklasse. Ich halte fest: Abschiede sind schon ziemlich was grässliches!

Als ich im Juli die Audition in Berlin hatte, im August dann die Zusage bekam, hätte ich nie gedacht, dass die Zeit so schnell verläuft. Es kommt mir vor als wäre die Zeit wie feiner Sand durch meine Finger gelaufen. Nun ist der 12. Januar 2018 und ich befinde mich auf dem Weg nach Berlin. Was gestern noch surreal war, ist heute Realität. Einen Monat werde ich dort für die Proben bleiben und dann gehts weiter nach Jamaika auf die Mein Schiff 6. Hätte man mir vor zwei Jahren gesagt, dass sich mein Leben nach dem Weg so krass verändert – ich hätte ihm wohl nicht geglaubt. Aber heute ist es soweit und ich schaue wehmütig aus dem Fenster des ICEs und beobachte wie alles an mir vorbei zieht. Ich sehe die Donau und frage mich, wann dieser Teil des Wassers Linz erreicht. Wird mein Hund zu dem Zeitpunkt gerade an der Donau ausgeführt wenn dieses Wasser in Linz vorbeizieht?

Zur Zeit steht der Zug in Passau, da er von der Polizei kontrolliert wird aber in wenigen Minuten soll es dann weitergehen. In Nürnberg hab ich dann anderthalb Stunden Aufenthalt, ehe es dann weitergeht nach Berlin. Dabei reise ich heute etwas „dekadent“. Durch ein gutes Angebot der ÖBB sitze ich dieses Mal in der ersten Klasse. Ziemlich angenehm hier zu sitzen :-D. Tatsächlich erinnert mich aber die Zugfahrt an eines, als ich am 40. Tag meines Weges wieder nach Hause fuhr. Ich war zu diesem Zeitpunkt ebenso sehr emotional wie ich es heute.

Ich bin nicht mal zwei Stunden von zu Hause weg und es fehlen mir bereits meine Tiere, meine Freunde, mein Bett und meine Mitbewohner die nun auf meine Tiere acht geben werden. Vielen Dank dafür nochmal, ich wüsste nicht was ich ohne euch tun würde. Teilweise ist es ein guter Zeitpunkt zu fahren, denn ich sehe wieder einen neuen Teil der Welt, andererseits wieder nicht denn ich habe einen interessanten Menschen in Linz kennengelernt. Ich bin einfach hin und her gerissen. Nunja, wie sagte heute meine Mitbewohnerin weinend am Bahnsteig – das Leben geht weiter und in der Tat hat sie recht…….Moment, hab ich gerade geschrieben meine Mitbewohnerin Recht hätte? Das kann doch garnicht sein? Hermina hat Recht? Eine interessante Fügung des Schicksals. (Kleiner Scherz).

Übrigens Danke an alle Leser meines Blogs, es macht die Reise etwas leichter, denn virtuell gesehen seid ihr dabei. Also gehen wir gemeinsam auf dieses neue Abenteuer. Und solltet ihr mal keinen meiner Beiträge lesen können, dann folgt mir einfach unter @el_camino_de_martin auf Instagram.

Erkenntnis des Tages: Ich komme wieder!