Von Seetauglichkeit und Reaktivierung des Blogs

Ich gebe zu, der Blog war in letzter Zeit etwas im Dornröschenschlaf aber langsam bemerke ich, dass er wieder erwacht, denn die nächste – dieses Mal berufliche – Reise steht vor der Tür. Seit dem ich den Jakobsweg beendet habe, hat sich soviel und vor allem wahnsinnig schell verändert. Ich tue beruflich, dass was mir Freude bereitet – ich darf Singen und Schauspielen. Wenn es nächstes Jahr auf die Mein Schiff 6 geht, ist es mir natürlich bewusst, dass es ein wahnsinnig stressiger Job sein wird. Es ist mir vollkommen klar, dass ich nicht viel von der Karibik oder der weiten Welt sehen werde, aber das ist mir im Moment ziemlich egal. Es entwickelt sich etwas in eine Richtung von der ich nie gelaubt habe, dass es sich so entwickeln könnte. Apropos Mein Schiff 6, ich habe heute mein Seetauglichkeitszeugnis erhalten und daher nun berechtigt auf See zu gehen.

Beispielsweise war ich am Wochenende Assistent des Choreographen der die Eröffnungsshow bei der „Krone Sport Gala“ inszenierte. Ich kenne ihn schon seit dem „Black Wings Musical“ und sang für seine Show im Juni. Das schöne ist, dass er die damalige Show sehr auf mich ausgerichtet hat. Ich war zugleich für die musikalische Leitung verantwortlich und es war einfach ein schöner Erfolg. Nun hat er mir gesagt, dass er nächstes Jahr wieder die Eröffnung der „Krone Sport Gala“ mit seinen Tänzern inszenieren wird und ich dieses Mal erstmalig die Eröffnung singen darf. Natürlich werde ich dabei nicht viel – wahrscheinlich garnichts – verdienen aber es ist eine riesige Chance für mich und es zieht mich auch einfach wahnsinnig in diese Richtung. Außerdem in einem Jahr kann viel passieren – also warte ich einfach mal ab. 🙂

Was machen eigentlich die anderen Jakobspilger? Von Wiebke weiß ich, dass sie ebenso künstlerisch beschäftigt ist und sie bei der Schiffstaufe der Mein Schiff 6 in diesem Jahr gesungen hat. So schließt sich irgendwie der Kreis. Ich bin mit Wiebke nicht nur durch den Jakobsweg in der Schweiz verbunden sondern auch durch meinen zukünftigen Arbeitsplatz. Ihre Mama Anette hat begonnen selbst zu bloggen und schreibt über ihre Depressionen und dass das Leben trotz allem schön sein kann. Den sehr interessanten Blog von ihr findet ihr hier. Von Sebastian und Thomas weiß ich gar nichts – wir haben uns aus den Augen verloren, dennoch hab ich meine Erinnerung an beide.

Mit Florian und Matthias hab ich noch sporadisch via WhatsApp Kontakt. Ich hoffe ich kann beide noch vor meinem Dienst auf der Mein Schiff 6 wiedersehen. Letztens war ich etwas Sentimental und las in den alten Beiträgen während meiner Zeit in Tirol und es passiert mir immer noch, dass mich die Erinnerungen von diesem einmaligen Trip einholen und mir die Tränen kommen. Beispielsweise die Tage die ich mit Florian durch das restliche Tirol gegangen bin und wie schwer dann kurz nach St. Christoph am Arlberg der Abschied fiel. Selbst heute noch holt mich dieser Moment ein als wir uns ein letztes Mal zum Abschied umarmten, er mir noch 20 € zusteckte, mich bat auf mich aufzupassen und dann heimfahren musste. Für ihn ging es zurück in sein Leben, zu seinem Job und ich musste weiter nach Kösterle und mein Leben auf die Reihe bekommen. Ich kann mich noch erinnern als ich ihm noch nachwinkte als er mit dem Auto abgeholt wurde und dann alleine am Straßenrand stand. Ich war so dankbar, dass jemand dabei war der den Weg mit mir ging aber es war so als hätte ich einen Bruder verloren und ich weiß noch wie sehr ich danach weinen musste. An diesem Tag lernte ich schmerzhaft was es heißt loslassen zu müssen.

Erkenntnis des Tages (lange ists her): Trotz so mancher Entfernung, trotz vergangener Zeit, trotz eines mangelnden Kontaktes ist man immer noch auf irgendeiner weise verbunden – sei es durch einfache Dinge oder einem einfachen gemeinsamen Weg.